Jahre zieh’n an dir vorbei

Standard
Jb, FP
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Jahre zieh’n an dir vorbei,
Während du an deinem
Schreibtisch sitzt.
Nicht siehst du,
Wie es im Garten blüht.
Der kleine Kern der Kirsche,
Herangewachsen zu einem Baum,
Während du
Auf Papier nur schaust.
Das Kind, das in die Schule geht,
Ausgezogen, in einer and’ren Stadt
Jetzt lebt.
Felder vor dem Fenster
Werden zugebaut;
Das alte Ortsbild ändert sich,
Nichts von alldem
Bekommst du mit,
Der du nur
Im Arbeitszimmer lebst.
Das Leben zieht an dir vorbei,
Doch du stehst still;
Kein Anschluss mehr
In dieser Welt,
Ein Mensch, alleine,
In seiner Heimat fremd.

Dein Schmerz

Standard
An, Aj, Ea, JB
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Dein Schmerz, die Nahrung,
Von der sie zehren.
Betäubt sind die Gefühle,
Die dich warnen
Vor der Gefahr.
Nicht spüren sollst du,
Wie ihr Hass
Die Welt vergiftet,
In den Adern fließt,
Während du nicht weißt,
Wie es dir geht.
Blind sein sollst du
Für das Geschehen,
Damit du ihren Lügen
Nicht entgegenstehst.
Um dich herum
Soll Nebel sein,
Damit sie ihr System verbreiten,
Damit du nicht siehst,
Was vor deinem Haus geschieht.
Von keiner Sache darfst du
Etwas wissen,
Damit keine Fragen
In ihren Welten
Einen Sturm entfachen.
 
Freiheit gilt für wenige,
Die Macht den Skrupellosen,
Nur sie selbst sich sehen,
Die Masse wird betrogen.

Verlorenes Leben

Standard
An, Aj, Ea, FP
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Verlorenes Leben,
Träume aufgeschoben.
Vermisste Zeit,
Stunden verschwendet
Für ihre Pläne.
 
Stets nach vorne
Sollt‘ der Weg dich führen;
Lass dich nicht
Von den Geräuschen abseits
Des Weges verführen.
 
Ihren Spuren folgen,
Auf ihren Pfaden gehen,
Die gleiche Luft einatmen.
 
Was jenseits des Bekannten liegt,
Kann Übles aus dir machen.
Fremdes Denken dich verdirbt,
Kann Wahnsinns Feuer
In dir entfachen.
 
Nicht auffallen,
Nichts sagen,
Nicht leben.
 
Wer im Dunkeln wandelt,
Sieht das Ende nicht,
Erkennt nicht, wo der Abgrund liegt.
 
Aufgepasst,
Unauffällig,
Nie gelebt.
 
Wer das Leben and’rer lebt,
Wer ihren Plänen folgt,
Hat sich selbst verloren.

Lass mich nicht in Traurigkeit ertrinken

Standard
Nach zwei Liedern und einer Unterhaltung mit einem Bekannten…Nichts ist, wie es scheint….
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Lass‘ mich nicht in Traurigkeit ertrinken;
Die Oberfläche vom Leid verschleiert,
Sehe ich kein Licht am Horizont.
Schmerzen aus alten Tagen
Spüre ich ein zweites Mal.
Ein trüber Ausblick
Lässt mich immer tiefer sinken
Auf den Boden der Unendlichkeit.
Bilder zieh’n an mir vorbei,
Erinnern mich an etwas,
Was nie gewesen war.
Übersehen, nicht gehört,
Weil ich nicht wie ihr war,
Weil ich euch gestört.
Nicht passend für eures Bild
Von einer heilen Welt,
Kein Platz auf dem Foto
Für jemanden, der Fragen stellt.
Zu laut, für jemanden,
Der immer schweigt;
Jahrzehntelange Stille, zerrissen
In Fetzen das Märchengewand.
Eine Welt, ganz kalt,
Ein Leben ohne Halt,
Treibe ich davon,
Verlier‘ das Ufer aus der Sicht.
Sehnsucht überschwemmt mich,
Verdunkelt das Licht.

Herz der Stadt

Standard
FP, JB
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Das Herz der Stadt pulsiert nicht mehr;
Kein Laut, wo einst das Leben war.
Leere Blicke, wohin man sieht.
Niemand hier weiß, was noch geschieht.
Ratlosigkeit verseucht das Bild,
Taucht klare Stille in ein Grau.
Was einst schön war, geht nun unter
In den Wellen unserer Angst.
Was wir einst liebten, verschwindet,
Hält den Fluten nicht länger Stand.

Ungewissheit färbt die Luft

Standard
FP, JB, An, Ea
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Ungewissheit färbt die Luft,
Legt einen Schatten
Über unser Denken.
Nicht auszurechnen,
Was einmal sein wird,
Wenn alle Pfade
In den Wirren uns’rer Plagen
Verschwunden sind.
Lehren, die wir einst zogen,
Wurden wieder verbrannt,
Wissen, das wir mit Blut bezahlten,
Wurde wieder weggeworfen.
Blind, wo es wird unbequem,
Wiederholt sich das Gescheh’n.

Graue Winde stöhnen

Standard
JB
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Graue Winde stöhnen,
Unser Leben sie verhöhnen.
Ankerlos das Leben,
Fehler der Früheren
Werden nicht vergeben.
Graue Wolken in der Ferne
Verkünden ein Inferno.
Zukunft trübt die Gegenwart,
Vergangenheit, wie schön sie war.

Träume werden blasser

Standard
JB, FP
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Träume werden blasser
Wie Erinnerungen
An schöne Tage.
Das Hier und Jetzt
Legt seine Schlingen
Um unser Leben.
Zeit fliegt an uns vorbei,
Einst waren wir mal frei.

Alte Wut bricht aus

Standard
Ea, Aj, An
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Alte Wut bricht aus;
Auf den Straßen tobt der Hass,
Verdrängen heizt an.

Mit dem Säen deines Trauma

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An, Ea, Aj, JB, FP
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Mit dem Säen deines Traumas
Wirst du Leid und Trauer
Einmal ernten.
Schweigen wächst sich aus
Zur Unfähigkeit,
Seine Gedanken
In Worte zu fassen.
Aus dem Verdrängen
Entwickelt sich ein Schmerz,
Ein Begleiter, der das Herz
In dunkle Sehnsucht hüllt.
Unausgesprochen,
Niemals besprochen,
Deine Geschichte
Sich verbreitet in der Welt.
Im Dunkeln
Fängt sie an zu keimen,
Steht wieder in vollster Blüte,
Wenn Licht auf sie fällt.